Ebertlang Ebertlang

Mit Gedanken in die Zukunft

21. August 2013 In: Allgemein

Erinnern Sie sich noch an den “Replikator” aus der Serie Star Trek? Auf Kommando verwandelte er Materie zu allem Erdenklichen – eine Utopie, die heute, dem 3D-Drucker sei dank, fast Realität ist. Vieles, was uns damals als Science Fiction verkauft wurde, hat inzwischen Einzug in unser alltägliches Leben gefunden. Stellt sich also die Frage, wie die zukünftige Realität aussieht oder ganz einfach: Welche Hirngespinste sind in zehn Jahren Wirklichkeit?

Keine Angst, wir bemühen jetzt weder Krake Paul noch das Orakel von Delphi – aber aufgrund der rapiden Entwicklung der letzten Jahre im Bereich IT, Software und Technik ist die Frage, was uns in den kommenden Jahren erwartet, mehr als interessant. Den Studien von Gartner, IDC und vielen anderen, die Big Data, Cloud und Mobility als Zukunftstrend vorhersagen, soll an dieser Stelle einmal keine Beachtung geschenkt werden. Interessanter ist doch die Vorstellung davon, wie unser Arbeitsplatz oder das alltägliche Leben in fünf oder zehn Jahren dank neuer technischer Errungenschaften aussehen wird.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Augmented Reality Einzug in unser Leben halten wird. Die Verschmelzung der realen mit der virtuellen Welt wird dabei nicht nur im privaten Bereich ihre Spuren hinterlassen. Ob Datenbrille oder virtuelle Betriebshandbücher, Analysehilfe für Techniker oder selbstfahrende Autos – viele weitere Möglichkeiten der Augmented Reality sind momentan noch gar nicht zu erahnen.

Das Projekt Muse zum Beispiel zeigt eine mögliche Entwicklung auf: die gedankliche Fernsteuerung von Anwendungen. Die klassische Arbeit mit Computern und Software wie wir sie heute noch praktizieren, scheint in naher Zukunft ihr Zeitliches zu segnen. Gesten- und Sprachsteuerung, mobile Arbeitsplätze oder das papierlose Büro sind heute schon Bestandteile unserer Lebens- und Arbeitswelt. Und wer weiß, in zehn Jahren würde dieser Artikel wahrscheinlich ohne Tastatur, allein mithilfe meiner Gedanken geschrieben und veröffentlicht. Eine durchaus interessante Vorstellung, solange man seine Gedanken noch beherrschen kann…


Von Wischern, Cyborgs und einem Glas

3. April 2013 In: Allgemein

Es ist noch gar nicht so lange her, da war das hektische Klicken des Joysticks fester tonaler Bestandteil vieler Kinder- und Jugendzimmer. Die vertrauten Geräusche des schwarz-roten Spaßknüppels sind längst verhallt – inzwischen sind wir alle zu “Wischern” geworden, dem Smartphone sei Dank. Geht es nach Google, dem Quasi-Monopolisten unter den allwissenden Suchmaschinen, so wird dieser noch recht junge Trend der Daumen-Motorik schon bald wieder der Vergangenheit angehören: Das Projekt “Google Glass” soll die nächste Evolutionsstufe moderner Kommunikation werden und die Verschmelzung der realen mit der virtuellen Umgebung vorantreiben.

Wie das funktioniert? Ein Minicomputer und ein kleines Display, angebracht an einem Brillengestell, reichen, um per Sprachbefehl Fotos zu schießen, E-Mails zu senden, Informationen zu Gesehenem abzurufen uvm.

Wird Google Glass für die Masse erst einmal erschwinglich, so laufen wir also in naher Zukunft wie Cyborgs durch die Gegend, scannen unsere Umwelt und laden Informationen, Fotos oder Videos sofort ins Internet. Eng verknüpft mit sämtlichen Google-Diensten verleiht uns das “Auge” eine ungeahnte Omniszienz und -potenz. So will es uns Google zumindest weismachen – denn ein profitorientiertes Unternehmen handelt, wer hätte es gedacht, nicht aus Nächstenliebe. Der Suchmaschinengigant erhielte mit Google Glass eine ebenfalls unvorstellbare Fülle an Informationen geliefert. Und dass personenbezogene Daten über den unternehmerischen Erfolg mehr denn je entscheiden, ist unbestritten.

Der Ausblick durch Google Glass scheint für uns Nutzer mehr als verlockend, könnte er unser Leben doch um ein Vielfaches vereinfachen. So schön die Aussichten auch sind, die Kehrseite der Medaille liegt auf der Hand: Die oftmals gescholtenen Datenschützer geben nicht ganz zu unrecht ihre Bedenken kund, dass Google Glass gegen das Persönlichkeitsrecht verstoße. Nicht nur, dass gemachte Schnappschüsse auf Googles Servern landen, mithilfe von immer besserer Gesichtserkennung würden aus anonymen Passanten erkennbare Personen – datenschutzrechtlich sicherlich mehr als bedenklich. Aber Datenschützer konnten bisher Facebook nichts anhaben, die fragwürdigen AGB von Apple nicht verhindern, und auch Google Streetview verursachte zunächst eine Welle der Empörung, was den Erfolg des Projekts aber nicht verhinderte.

Und so wird auch Google Glass – eventuell mit bestimmten Einschränkungen versehen – seinen Weg zu uns Konsumenten finden und die erweiterte Realität in unser Leben bringen. Stellt sich eigentlich nur noch die Frage, ob wir für Augmented Reality dieses Ausmaßes bereit sind. Denn eigentlich entscheiden doch die Bilder in unserem Kopf und nicht die auf irgendwelchen Servern in Berkely County.