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Forscher speichern Daten auf einem Atom – das Ende der klassischen Datensicherung?

31. März 2017 In: Allgemein

Es könnte der Anfang vom Ende der klassischen Datensicherung sein: Forschern von IBM ist es gelungen, Daten auf dem Grundbaustein des Universums, dem Atom, zu speichern – damit ist die Möglichkeit zur atomaren Datensicherung ein Stück weiter in greifbare Nähe gerückt. Für IBM lautet die kriegsentscheidende Frage: Wird es gelingen, diese Errungenschaft auch praktisch nutzen zu können? Denn das Unternehmen verzeichnet seit vielen Monaten einen Umsatzrückgang – die Datenspeicherung auf einem Atom könnte also die letzte Möglichkeit zur Kehrtwende darstellen.

IBM gelingt atomare Datensicherung

Sämtliche Computerdaten setzen sich aus Bits zusammen, welche jeweils nur den Zustand “an” oder “aus” annehmen können – vom Rechner entsprechend als 1 oder 0 interpretiert. Somit lassen sich jegliche Prozesse und Dateien – vom Versand einer E-Mail über das ausgeführte Programm bis hin zum klassischen Bild oder dem Facebook-Post – in ihrer Grundstruktur als eine Ziffernfolge von 1 und 0 darstellen. Zusammengefasst bilden Bits somit das Atom der Datenwelt, den Grundbaustein jedes digitalen Elements.

So funktioniert die atomare Datensicherung

Forscher haben nun einen Weg gefunden, zwei einzelne Atome des seltenen Elements Holmium zu magnetisieren und die daraus entstandenen magnetischen Pole mit den Zuständen eines Bits – 1 und 0 – gleichzusetzen. Um das Holmium während dieses Prozesses stabil halten zu können, wurden die Atome bei einer Temperatur von -267 Grad Celsius an die Oberfläche von Magnesium-Oxid gebunden. Mit einer extrem spitzen und winzigen Nadel leiteten die Wissenschaftler im Anschluss einen elektrischen Impuls durch die Atome, so dass diese umgepolt wurden und die Ziffern 1 und 0 die Plätze tauschten.

Damit haben die Forscher im Grunde die Arbeitsweise eines Computers kopiert: Auch hier werden Bits als magnetische Punkte gelesen, die sich entweder im Zustand “an” oder “aus” befinden. Beim Auslesen verrät die feste Position der Bits, in welchem dieser beiden Zustände sie sich befinden, sprich: ob sie einer 1 oder einer 0 entsprechen.

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