Huawei verliert Android-Lizenz – was Sie und Ihre Kunden jetzt bezüglich Sicherheit wissen müssen

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Huawei hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum hingelegt: vom kleinen und unbekannten Elektronikhersteller hin zum zweitgrößten Smartphone-Produzenten der Welt. Auch in den von Ihnen betreuten Unternehmen werden sehr wahrscheinlich Mitarbeiter Geräte des Herstellers im Einsatz haben, womit es aber in naher Zukunft in dieser Form vorbei sein könnte. Denn: Dem chinesischen Hersteller wurde von Google die Lizenz für die Nutzung des Android-Betriebssystems entzogen. Wir haben unsere Security-Experten ESET und G DATA zu dieser aktuellen Thematik befragt, um Ihnen eine Einordnung der Situation für Sie und Ihre Kunden zu erleichtern.

Android von Google war bis jetzt das Herzstück der Smartphones von Huawei. Zukünftig werden allerdings keine neuen Versionen mehr auf den Mobilgeräten zu finden sein und bestehende Geräte nur noch Updates für bisherige Installationen erhalten. Thomas Uhlemann ist Security Specialist bei ESET und sieht für Endkunden mit Huawei-Geräten zunächst kein Sicherheitsproblem: “Die Aufkündigung der Kooperation wird erst einmal keine Auswirkungen haben. Google hat klargestellt, dass Anwendern auch weiterhin Updates und Google-Dienste zur Verfügung stehen werden.”  

Möglicher Wechsel auf Open Source-Android

Wie genau Huawei seine Handys in Zukunft betreiben möchte, wurde bisher nicht offiziell bekannt gegeben. Hoch im Kurs steht eine frei erhältliche und nicht vom Lizenzentzug betroffene Rohfassung von Android, das “Android Open Source Project”. Thomas Uhlemann befürchtet allerdings ein großes Problem: “Der Schwenk auf die Open Source-Variante von Android ist fragwürdig – dieses quelloffene System stellt lediglich den Systemkern dar. Wichtige Funktionen wie Systemdienste, Google Maps, Google Drive oder Google Play Store müssen lizenziert werden.“ Das heißt im Worst Case-Fall, dass Nutzer diese wichtigen Anwendungen nicht mehr auf Huawei-Produkten nutzen können – eine erhebliche Einschränkung.

Dass diese Google-Apps zukünftig für die Nutzer wegfallen, vermutet auch Tim Berghoff, Security Evangelist bei G DATA. Er glaubt aber, dass es auch weiterhin Sicherheitsupdates für kommende Geräte des Herstellers geben wird. Allerdings mit einer Verzögerung von mehreren Tagen oder Wochen, da Huawei keine Informationen mehr zu bevorstehenden Aktualisierungen erhält und quasi erst davon erfährt, wenn diese bereits veröffentlicht wurden: “Theoretisch müsste der Hersteller dafür eine neue Update-Infrastruktur auf die Beine stellen, die komplett unabhängig von Google ist. Dazu kommt, dass sonst viele Update-Mechanismen in die Google Play-Services eingebunden sind, auf die Huawei auch verzichten muss.” Ob Huawei eine solch notwendige Umstellung allerdings innerhalb kürzester Zeit stemmen kann, bleibt fraglich.

Zwischenhändler könnten Sperre umgehen

Zudem gibt es mittlerweile Spekulationen, dass auch Dienste wie WhatsApp, Facebook und Co. auf Huawei-Geräten geblockt werden könnten. Auch wenn hier noch alles offen scheint: Klar ist, dass die Attraktivität für Huawei-Smartphones alleine durch den Wegfall der Google-Dienste enorm sinkt.

Das könnte mögliche Zwischenhändler auf den Plan rufen, die Geräte vor dem Verkauf rooten, so die Sperre umgehen und Google-Apps trotzdem auf die Geräte bringen – laut Tim Berghoff eine enorme Gefahr: “Geräte, die im Auslieferungszustand gerootet sind, stellen ein Sicherheitsrisiko dar, weil so auch Schadsoftware den Weg auf ein Smartphone finden kann. Auch wenn wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine ausdrückliche Empfehlung in die eine oder andere Richtung geben können, sollten Händler und Dienstleister den Fortgang in dieser Sache genau verfolgen.”

Sie haben Rückfragen oder Anregungen zu diesem Thema? Kontaktieren Sie uns gerne via Telefon unter +49 (0)6441 67118-842 oder E-Mail.

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