„Anti-Virus ist tot“ – tatsächlich?

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Dieses Statement schlug hohe Wellen: Vor Kurzem hieß es „Anti-Virus ist tot“ – geäußert von Brian Dye, Vizepräsident eines führenden Virenschutz-Anbieters. Seine Aussage wurde im Netz bereits kontrovers diskutiert.

Doch was meinte er damit? Dye wollte Anti-Viren-Lösungen nicht ihren Nutzen absprechen, sondern betonen, dass eine rein Signatur-basierte Lösung alleine heutzutage nicht mehr ausreicht, um IT-Infrastruktur rundum zu schützen – dazu brauche es mehr. So weit so gut, aber das ist nun wirklich nichts Neues. Denn welcher AV-Hersteller setzt heutzutage noch ausschließlich auf Signatur-basierte Virenerkennung?

Alle modernen AV-Lösungen arbeiten mit einer Kombination aus reaktiven und proaktiven Technologien. Beim deutschen AV-Hersteller G DATA betont man gleichzeitig die Wichtigkeit eines umfassenden Sicherheitskonzeptes, das unter anderem auch Verschlüsselungs-Tools für wertvolle Daten, Firewalls und Systeme zur Umsetzung eines firmenweiten Policy- und Device-Managements beinhaltet.

„Die Absicherung komplexer Unternehmensnetzwerke ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Erste Wahl für einen wirkungsvollen Schutz vor Malware sind auch zukünftig effektive Anti-Virus-Lösungen, die selbstverständlich Teil einer vielschichtigen Abwehrstrategie sein müssen“, lautet das Fazit von Ralf Benzmüller, Leiter der G DATA SecurityLabs.

Bleibt festzuhalten: Anti-Virus ist nicht tot, wie könnte es auch – das weltweite Virenaufkommen hat sich in den letzten Jahren ja nicht einfach in Luft aufgelöst, im Gegenteil. Doch Viren sind inzwischen nur noch ein kleiner Teil des Bedrohungsszenarios – Phishing, Spam oder manipulierte Webseiten und Apps haben dem einstigen Klassiker längst den Rang abgelaufen. Brian Dye’s These war im Ansatz also vielleicht richtig gemeint, schießt aber am Ziel vorbei – oder was meinen Sie?

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